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Sorgen beim Gotthelfzentrum Lützelflüh

Wie alle Kulturinstitutionen ist auch das Gotthelf Zentrum bis mindestens 8. Juni 2020 geschlossen. Ist der Blick zurück positiv, so sind die Aussichten für die Saison 2020 eher trüb. Trotz Corona eröffnen aber neue Online-Angebote den virtuellen Zugang zum Museum.

Das Gotthelf Zentrum beendete die Saison 2019 finanziell und besuchermässig mit einer Punktlandung: Die Rechnung schloss mit einer schwarzen Null ab, die anvisierten Besucherzahlen – Führungen und Einzelbesucher – wurden punktgenau erreicht: 151 Führungen (Budget 150) fanden statt und 4'040 Gäste (Budget 4'000) konnten verzeichnet werden. Seit der Eröffnung 2012 waren rund 38‘000 Gäste zu Besuch, und das Leitungs-Team konnte insgesamt über 1‘500 Führungen durchführen: Das Gotthelf Zentrum kann ohne Zweifel als „Leuchtturm“ in der Berner Kulturlandschaft bezeichnet werden.

Neue Sonderausstellung zu Gotthelfs Roman "Die Käserei in der Vehfreude" und gute Nachrichten zum Jahresschluss

Das Jahr startete mit der glanzvollen Vernissage der neuen Sonderausstellung zu Gotthelfs Roman „Die Käserei in der Vehfreude“ und brachte später mit spannenden Referaten und Vorträgen verschiedene Highlights. Im letzten Jahr und Anfang 2020 konnten mit Sicherungsmassnahmen zudem wesentliche Verbesserungen im Hochwasserschutz erreicht werden: Durch den Bau von Dämmen und Geländekorrekturen, durch neue Wasserleitungen mit vergrössertem Querschnitt und Festigung des Zugangsweges u. a. m. Damit sollten Wasserschäden von mehreren Zehntausend Franken, wie sie in den vergangenen Jahren mehrfach vorkamen, in Zukunft vermieden werden können.

Erfreulich war zum Jahresende die Nachricht aus Bern, dass der Regierungsrat das Gotthelf Zentrum definitiv auf die Liste der „Kulturinstitutionen von regionaler Bedeutung“ aufgenommen hatte. Damit wird es möglich, dass sich das Zentrum künftig um Fördergelder von Kanton und Region bewerben kann.

Das Corona-Virus sorgt für einen unerfreulichen Start ins neue Museums-Jahr: Das Kerngeschäft bricht weg

Für den Start in die neue Museums-Saison am 1.April wäre alles bereit gewesen: Der Zugangsweg mit „Ämme-Häubligen“ neu gepflästert, die Bäume geschnitten, der Teich gereinigt… doch dann trat Corona auf! Stornierung um Stornierung kam herein, Führung um Führung wurde abgesagt – dies trifft das Zentrum massiv: Denn Führungen, verbunden mit Kaffee und Züpfe oder Apéro, bilden das Kerngeschäft des Museums – und genau das bricht nun weg. Auch Neuanmeldungen für Führungen in der zweiten Jahreshälfte gibt es praktisch keine.

In der Zwischenzeit haben die Verantwortlichen zwar die notwendigen Gesuche für Kurzarbeit und Ausfallentschädigungen eingereicht, aber die Aussichten sind leider eher düster. Auch wenn gemäss Weisungen des Bundesrates vom 16. April Museen ab dem 8. Juni wieder geöffnet werden dürfen, wird die Situation für das Gotthelf Zentrum schwierig bleiben. Mit seinen kleinen Ausstellungsräumen wird es kaum möglich sein, die vermutlich auch nach den Lockerungen noch immer geltenden Abstandsregeln einzuhalten.

Zudem sind viele der Gruppen-Besucherinnen und Besucher traditionellerweise ältere Personen und gehören damit oft zur Risiko-Gruppe. Die Skepsis von Organisatoren, neue Führungen zu organisieren, ist also durchaus verständlich. Aber das Leitungs-Team bleibt optimistisch, dass allenfalls doch in der zweiten Jahreshälfte, aber sicher im kommenden Jahr, Ausflüge ins Emmental mit einem Besuch im Gotthelf Zentrum nachgeholt werden.

Virtueller Besuch im Gotthelf Zentrum über die Website

Das Museum ist zwar geschlossen: Aber die Website bietet auch in Zeiten von Corona virtuellen Zugang. Sie umfasst viel Interessantes und Lesenswertes rund um Jeremias Gotthelf, seine Biografie, seine Romane und Erzählungen, seine Sprache und anderes mehr.

Im Weiteren haben die Zuständigen einen virtuellen Rundgang mit Bild, Ton und Text durch das Museum produziert und aufgeschaltet – und neuerdings bieten Podcasts die Möglichkeit, das Museum „audio-virtuell“ zu besuchen. Jeremias Gotthelf hat bekanntlich mit der „Schwarzen Spinne“ eine Novelle geschrieben, die mit der mittelalterlichen Pestseuche durchaus an die aktuelle Covid-19-Pandemie erinnert – er dürfte sich freuen, dass „sein“ Museum trotz allem virtuell besucht werden kann. (pd)

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