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Huttwil: Neue Räume – Stadt und Land

Herberge am Pool (Bild: zvg)

Zentrum in der Peripherie (Bild: zvg)

In diesem Jahr öffnet die Jahresausstellung des Fachbereichs Architektur ihre Türen online. Die Ausstellung befasst sich am Beispiel von Huttwil mit der Eigenständigkeit von Gemeinden ausserhalb von Ballungszentren. Die Projekt- und Abschlussarbeiten der rund 200 Architekturstudent*innen entstanden während eines Jahres im Rahmen der Zusammenarbeit von Huttwil mit dem Fachbereich Architektur und dem Kompetenzbereich Dencity der BFH. Die Onlinevernissage findet am Dienstag, 2. März um 18 Uhr statt und verspricht ganz ohne Reden auszukommen. Man darf gespannt sein.

Im Kalender des Fachbereichs Architektur gehört die Jahresausstellung zu den Höhepunkten. Für die Student*innen ist die Ausstellung ein willkommenes Fenster, in dem ausgewählte Projektarbeiten präsentiert werden. Der Fachbereich selbst kann Einblick in die Themen seiner Ausbildung und die Zusammenarbeit mit Partnergemeinden bieten. Gleichzeitig möchte der Fachbereich den Diskurs unter Architekt*innen, Planer*innen und Interessierten fördern und sich daran beteiligen.

Initiative der Gemeinde

Über den hohen Wohnungsleerstand in Huttwil, insbesondere im Zentrum des Städtli, wurde bereits viel geschrieben und gesprochen. Seit einigen Jahren setzt sich die Gemeinde aktiv mit dem Thema auseinander und schafft für die Einwohner*innen Möglichkeiten der Mitwirkung. Die «Städtliwerkstatt» ist eine dieser Initiativen. Sie entstand aus der Zusammenarbeit von Huttwil mit dem Kompetenzbereich Dencity der BFH. Darauf aufbauend kam eine Zusammenarbeit der Gemeinde mit dem Fachbereich Architektur der Berner Fachhochschule zustande.

Ideen und Visionen für Huttwil

Die rund 200 Studierenden des Bachelor und Master Architektur setzten sich während rund einem Jahr mit Konzepten für den ländlichen Raum, den Formen des Zusammenlebens und der Transformation von Dorfkernen auseinander. Sie taten dies am Beispiel von Huttwil, das sich für diese übergeordnete Fragestellung besonders gut eignete und zur Verfügung stellte. Bei ihrer Arbeit konnten die Student*innen auf die umfangreichen Untersuchungen des Kompetenzbereichs Dencity zurückgreifen sowie auf Recherchen der Student*innen des Bachelor Soziale Arbeit. Letztere hielten sich zum Thema Sozialfotografie in Huttwil auf.

Entwurfsateliers zu diversen Themen

Die Architekturstudent*innen erhielten unterschiedliche Aufgabenstellungen an verschiedenen Standorten in Huttwil. Sie entwickelten ihre Projekte in so genannten Entwurfsateliers teils im Frühlingssemester und teils im Herbstsemester.

Die Arbeiten der Entwurfsateliers werden in der Onlineausstellung auf drei Themenpfaden präsentiert:

Themenpfad Ressource – Projekte, die sich mit den vorhandenen Ressourcen auseinandersetzten oder an bestehende Infrastrukturen anschliessen.

  • Gartenseminarzentrum
    Im Westen von Huttwil, Bereich Silostrasse / Buchenweg
  • Mehrwert im Bestand
    Bahnhofstrasse, Marktgasse, Eriswilstrasse
  • Herberge am Pool A
    Bestehendes Schwimmbad am östlichen Ortsausgang

Themenpfad Zentralität – Projekte, die den Dorfkern von Huttwil aktivieren und das Entwicklungspotential aufzuzeigen.

  • Werkstatt Zukunft (Bachelor-Thesis)
    Zwischen Luzernstrasse und Eriswilstrasse, neben Coop-Tankstelle
  • Dem Kern entsprossen
    Kernbereich von Huttwil, zwischen Bahnhof und Altstädtli
  • CAS Areal- und Immobilienentwicklung
    Im Städtli

Themenpfad Wohnformen – Projekte, die nach zukunftsträchtigen und anpassungsfähigen Wohn- und Gebäudeformen suchen.

  • Zentrum in der Peripherie
    Sägereiareal an der Langente, östlich angrenzend an das Dorfzentrum
  • Innovationsquartier Sagi Huttwil
    Sagi Areal an der Langete, angrenzend an den Kern von Huttwil
  • Wir sind die Neuen
    Bahnhofstrasse/Luzernstrasse, in Kernschutzzone nahe Städtlizone
  • Adaptives Wohnen auf dem Land
    Heimstrasse

Bereicherung für den Dialog im Städtli

Aus Sicht der Gemeinde Huttwil kommen die Ergebnisse der Student*innen zu einem optimalen Zeitpunkt, denn in diesem Jahr startet der Prozess zur Erarbeitung des Richtplans. Bei dessen Erarbeitung spielen die öffentliche Mitwirkung und die Mitsprache eine zentrale Rolle. Huttwil wird sich vertieft mit Fragen der inneren Verdichtung befassen müssen. Da können konkrete Projektideen bei der Definition von planerischen Rahmenbedingungen hilfreich sein.

Die Untersuchungen des Kompetenzbereichs Dencity im 2019 haben verdeutlicht, dass neuer Wohnraum in unüberbauten Gebieten die Nutzung von Wohn- und Gewerbebauten im Zentrum unter Druck setzt. Das Entwickeln von Ideen für künftige Nutzungen im Städtlizentrum bedingt einerseits Investitionen seitens der Grundeigentümer und andererseits planerische Rahmenbedingungen, die neue Nutzungsformen erlauben.

Mehrere studentische Arbeiten liefern für verschiedene Liegenschaften bzw. Areale Ideen in dieser Richtung. Zudem stehen aus dem Weiterbildungsstudiengangs Areal- und Immobilienprojektentwicklung konkrete Projektideen zur Verfügung, anhand derer eine Diskussion zu künftigen Nutzungen auch mit Nichtfachleuten leichter in Gang kommen kann. Das jedenfalls sind die Erwartung und die Hoffnung der Gemeindebehörden.

Onlineausstellung

Für die Ausstellung wurde ein spezielles Onlineformat kreiert. Auf drei Themenpfaden werden Projekt- und Abschlussarbeiten des Bachelor und Master Architektur sowie des CAS Areal- und Immobilienprojektentwicklung gezeigt. Ergänzend werden die Erkenntnisse der umfangreichen Untersuchungen des Kompetenzbereichs Dencity präsentiert sowie Fotos und Texte der Student*innen Soziale Arbeit. Kurzvideos führen in die Ausstellung und ihre Themen ein.

Podiumsveranstaltungen zum Thema Weiterbauen

Zwei Onlineveranstaltungen befassen sich mit den Themen der Ausstellung, einmal aus einem gesellschaftlichen Blickwinkel und einmal mit dem Blick auf die natürliche Ressource Holz. An der Diskussion können sich die Onlineteilnehmer*innen via Chat beteiligen.

«Anker» in Bern

Im Kornhausforum Bern, wo die Jahresausstellung normalerweise stattfinden würde, erhält die Onlineausstellung ein analoges Standbein. Klein aber fein werden vor Ort Ausschnitte der Ausstellung als Projektion gezeigt und zugänglich gemacht. Nicolas Kerksieck, neuer Leiter des Kornausforum, freut sich, dass gerade in den aktuell schwierigen Zeiten die Kooperation mit der Berner Fachhochschule weitergeht.

Vernissage mal anders

Für die Vernissage hat sich der Fachbereich Architektur etwas Besonders einfallen lassen. Anstelle einer klassischen Vernissage findet eine künstlerisch-kulturelle Intervention als Livestream statt. Das genaue Programm der rund 30-minütigen Veranstaltung bleibt eine Überraschung. Soviel sei verraten: Die Reise führt unter ortskundiger Anleitung an den Ort des Geschehens – nach Huttwil.

Zusammenarbeit mit Partnergemeinden

Der Fachbereich Architektur sucht jährlich die Zusammenarbeit mit einer Gemeinde oder Region aus dem Einzugsgebiet der Berner Fachhochschule. Für die Architekturstudent*innen des Bachelor und Master werden Aufgabenstellungen entwickelt, die sich an konkreten Herausforderungen einer Partnergemeinde oder Region orientieren.

Die Student*innen profitieren von einer realen Übungsanlage und die Partnergemeinden erhalten im Gegenzug einen bunten Strauss an Ideen und Visionen. Nach Möglichkeit findet im Vorfeld oder gleichzeitig eine Zusammenarbeit im Bereich Forschung statt. (pd)


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