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In Trachselwald wurde alte Weisstanne ausgegraben

Beim Bau einer ARA-Leitung im Häntschegrabe in Trachselwald wurde eine alte Weisstanne gefunden. Inzwischen liegt der definitive Untersuchungsbericht vor. Die Proben werden archiviert und im Depot des Archäologischen Dienstes gelagert.

Die Oberflächen der Holzscheiben wurden im Dendrolabor gehobelt und die Jahrringabfolgen gemessen. Der Baum weist mindestens 372 Jahrringe auf. Zudem war noch die Waldkante (letzter vom Baum gebildeter Ring) erhalten. Der letzte Jahrring endet sicher mit Frühling/Sommer, weil das Spätholz zum Todeszeitpunkt noch nicht ausgebildet war. Die Anzahl der Jahrringe ist mit grosser Unsicherheit behaftet. An vielen Stellen konnten auskeilende Jahrringe festgestellt werden, so dass auch ein komplettes Fehlen von Jahrringen auf den verschiedenen Messbahnen nicht auszuschliessen ist. Die verschiedenen Messbahnen liessen sich auch nicht in Übereinstimmung bringen. Das Jahrringbild zeugt von sehr schwierigen Wachstumsverhältnissen. Ursachen für die partiell fehlenden und insgesamt sehr schmalen Jahrringe können ein ungünstiger Untergrund oder eine starke Beschattung durch andere Bäume sein. Aufgrund der oben genannten Probleme bei den Jahrringabfolgen zeigte sich wenig überraschend auf keine Referenzchronologie eine statistisch signifikante Übereinstimmung. Die dendrochronologische Datierung ist in diesem Falle nicht erfolgreich. Deshalb wurde beschlossen, eine Altersbestimmung mittels der Radiokarbon-Methode zu veranlassen. Diese Methode liefert ungenauere Ergebnisse, ist jedoch bei allen organischen Materialien anwendbar.

Radiokarbondatierung 

Die Radiokarbondatierung wurde durch das AMS Labor der Universität Bern, Sönke Szidat, durchgeführt. Die Datierung der letzten Jahrringe liegt mit 95.4% Wahrscheinlichkeit zwischen 2338 und 2137 v. Chr. In der europäischen Geschichtsschreibung ist das die Zeit der Frühbronzezeit (ca. 2300–1600 v. Chr.). Aus diesem Zeitraum sind bislang wenig datierte Holzfunde vorhanden. Der Weisstannenstamm leistet also einen wichtigen Beitrag zur Ergänzung der Referenzhölzer des Kantons Bern.

Fazit
Dank der Meldung von Alfred Lüthi an den Archäologischen Dienst konnte ein weiterer subfossiler Stamm beprobt werden, welcher erst durch die Untersuchungen sein wahres Alter preisgab. Nach über 372 Jahren Wachstum unter schwierigen Bedingungen wurde der Baum in einem Frühling oder Sommer vor etwa 4200 Jahren vermutlich durch einen Hangrutsch begraben. Damit ist er einer der ältesten bekannten Bäume aus dem Emmental! (pd/neo1)


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