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Musik nonstop
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Einmal am Steuer eines Schiffs stehen, frühmorgens die Post zustellen oder von Grund auf ein Instrument zusammenbauen. Das ist "Ä Tag aus…" bei Radio neo1. In dieser Serie eröffnen sich uns neue Welten und Sichtweisen. Wir lernen spannende Menschen, ihre berufliche Umgebung, Freuden und Herausforderungen kennen.

Pathologin

Über Patholog:Innen und ihre Arbeit gibt es eine Menge Klischéevorstellungen – und viele davon sind falsch oder zumindest nur halb wahr, wie etwa die vom „Leichenaufschneider“. Womit also beschäftigt sich die Pathologie wirklich? Yara Banz, die leitende Ärztin des Instituts für Pathologie an der Uni Bern klärt auf.

„Die Leiche ist schon in der Pathologie!“ Mediziner, vor allem Pathologen, zucken innerlich zusammen, wenn ein Autor solche Sätze in einem Roman oder in einem Krimi-Drehbuch schreibt. Für Todesfälle mit vermuteter nicht natürlicher Ursache oder für Opfer von Gewaltverbrechen  sind die Rechtsmediziner oder Forensiker zuständig, nicht die Patholog:Innen. «Eigentlich bin ich ein Gewebsdoktor sozusagen. Vor allem Gewebe von Lebenden, also Operationen, Operationspräparate oder «Bibeli» schaue ich unter dem Mikroskop an und gebe dann der behandelnden Fachperson eine Diagnose. Das ist meine Hauptaufgabe.» Yara Banz ist seit 13 Jahren Pathologin und erhält pro Tag durchschnittlich bis zu 40 Proben, welche sie dann untersucht. Langweilig sei dies überhaupt nicht, erzählt sie im Interview mit neo1: «Es gibt keine Woche in der ich nicht etwas sehe, bei dem ich sage, dass habe ich noch nie gesehen. Spannend. Muss ich ein Buch aufmachen, in der Literatur nachschauen, mit meinen Kolleg:Innen besprechen?»

Neben der Haupttätigkeit beschäftigt sich Yara Banz mit Vorlesungen für Studierende, macht Forschungen oder selten auch eine Autopsie. Dies kommt an der Uni Bern aber nur noch rund 100 Mal im Jahr vor und ist nicht so gruselig wie man dies von Filmen oder Serien kennt. «Man ist sich bewusst, dass man neben einem Leichnam ist. [] Ich glaube, dieses Bewusstsein und das Detektivdenken lassen einem das Gruselige ausblenden.»   

Wetterprognostikerin

Ob Weltuntergangsstimmung bei Gewitter oder Sommergefühl bei sonnigen Tagen – das Wetter fasziniert Sarina Leuthold. Sie ist studierte Geografin und arbeitet als Wetterprognostikerin bei Meteotest in Bern, wo sie auch das neo1-Wetter erzählt.

Ihr Alltag besteht aus vielen kleinen Aufgaben und beginnt immer mit dem Studieren der Wetterkarten. Zusammen mit ihrem Kollegen analysiert Sarina Leuthold die vielen Messwerte und erstellt eine Prognose. Diese braucht sie unteranderem für die Radiointerviews – wie bei neo1 – zudem erstellt sie Berichte für verschiedene Zeitungen. Ein grosser Teil der Arbeit als Prognostikerin sind auch die Wettertelefonate, bei denen Kunden eine spezifische Auskunft erhalten. Dies ist insbesondere für Landwirte wichtig, wird aber auch von Lehrpersonen, die kurz vor einer Schulreise sind, genutzt. Ab und zu erhält Sarina Leuthold auch eine Anfrage, die nicht das regionale Wetter betrifft, so haben sie und das Team vom Meteotest auch schon Prognosen für das Himalaya-Gebiet gemacht


Puppenmacherin

Fast alle haben schon damit gespielt, aber niemand weiss, wie sie eigentlich gemacht werden: Puppen. Der Beruf Puppenmacher:In ist in der Schweiz sehr selten und es gibt auch keine Ausbildung dafür. Die meisten Stoffpuppen stammen aus Deutschland, wo sie halbindustriell hergestellt werden. Wir haben uns deshalb mit einer der wenigen Puppenmacherinnen getroffen und sie über das spezielle Handwerk ausgefragt.

Beigebracht hat sich Sonja Pfister die Puppenmacherei selber. Seit einigen Jahren betreibt sie in Schwarzenburg ihr eigenes Atelier, in welchem sie die Puppen herstellt und verkauft. Die Faszination? «Dass ich immer noch Kind sein kann und immer noch Freude an den Puppen habe», schmunzelt die gelernte Floristin und Gärtnerin. Eine Puppe zu machen ist vor allem eines: Sehr viel Handarbeit. Zuschneiden, nähen, stopfen, sticken, häkeln – Sonja wird es nie langweilig. Die Puppenmacherei ist zwar sehr vielseitig, braucht aber auch viel Geduld und Genauigkeit.

Egal ob gross oder klein, der Aufwand für eine Puppe ist relativ gross. Wie lange genau sie an einer Puppe hat kann Sonja Pfister zwar nicht sagen, aber es dauert schon eine ganze Weile. «Das Gesicht ist fast das Schwierigste. Vor allem dass beide Augen gleich gross sind. Der Gesichtsausdruck ist auch das, was einem anspricht.» Das schlimmste was ihr beim Puppenmachen passieren kann ist, dass beim Augen sticken der Stoff kaputt geht. In diesem Fall müsste sie den ganzen Kopf neu machen.

Sonja erklärt uns den Ablauf des Puppenmachens diese Woche ganz genau und erzählt uns mehr über den seltenen Beruf, welcher gleichzeitig ihre grosse Leidenschaft ist.


Sattler

Trotz technischem Fortschritt ist das Sattlereihandwerk weiterhin sehr gefragt. "Aktuell gibt es zu wenig Sattler auf dem Markt aber es gibt auch zu wenige Stellen" erklärt Christoph Althaus im Interview. Der Inhaber der Sattlerei Althaus in Bärau führt seit nunmehr über 10 Jahren den Familienbetrieb.

In der heutigen Zeit wird die Lehre als Fachfrau oder Fachmann Leder und Textil mit dem Fachbereich Fahr- und Reitsport absolviert um das Handwerk der Sattlerei zu lernen. Diese dauert drei Jahre und oft sind es weibliche Personen die den Beruf lernen wollen: "Es kommen viele aus dem Reitsport, die bereits mit Pferden und Sätteln zu tun haben und dann auch einen Beruf in dieser Richtung wollen." so Althaus weiter. Er selbst ist in den Beruf hineingeboren worden, führt den Betrieb in der vierten Generation.

Wie sieht die tägliche Arbeit eines Sattlers bzw. einer Sattlerin aus? Wo wird am meisten Zeit aufgewendet? neo1 hat die Werkstatt der Sattlerei Althaus besucht um beim Inhaber einen Blick über die Schultern zu werfen und mehr über das Handwerk der Sattlerei zu erfahren.


Messerschmied

Ein kleiner Funke entfacht grosses Feuer. So war es auch bei Michael Graf, der seine Liebe zu Messern schon in der Kindheit entdeckte. Mittlerweile führt er seit 30 Jahren seine eigene Messermanufaktur in Münsingen. Wir haben ihn zwischen Hammer und Amboss besucht.

Der Ofen, welcher den rohen Stahl erhitzt, ist locker über 1'000 Grad heiss und der Lufthammer, welcher den weichen Stahl formt, presst mit voller Kraft darauf. So entsteht Stück für Stück ein Messer. Für ein normales Küchenmesser braucht Michael Graf rund ein bis zwei Tage. ""Es ist sehr aufwändig, denn es passiert alles manuell. Ich habe keine Laser und keine Stanzen, das einzige mechanische Hilfsmittel welches ich habe, ist der Lufthammer", erklärt er im Interview mit neo1.

Die Ausbildung zum Messerschmied dauert vier Jahre. Es braucht sehr viel Feingefühl und natürlich ein gutes Auge. "Das sind Sachen, die entstehen mit den Jahren. Man spürt es, man sieht es und die Hände und Füsse arbeiten in einem System miteinander. Es braucht ein extrem gutes Auge. Man muss Distanzen und Massen abschätzen und einhalten können, aber auch das ist Trainingssache."

Ungefährlich ist der Beruf Messerschmied definitiv nicht. Der Lufthammer, der heisse Ofen und schlussendlich auch das scharfe Messer sind alles potentielle Gefahren. Von schweren und weniger schweren Verletzungen und von seiner Liebe zu Messern, erzählt uns Michael Graf im "ä Tag aus" mehr.


Kosmetikerin

"Am meisten Freude habe ich, wenn meine Kundschaft den Laden mit einem Lächeln verlässt, wenn ich ihnen eine Freude machen konnte". Sabrina Marti ist Nagelstylistin und Kosmetikerin und führt seit fünf Jahren ihr eigenes Geschäft Frangipani Nails & Cosmetic in Langnau.

Mit viel Leidenschaft erzählt die mittlerweile 39-Jährige von ihrem Beruf den sie seit rund zehn  Jahren ausübt. "Ich habe die Ausbildung zur Kosmetikerin als Quereinsteigerin über den Diplomweg gemacht." Sie hat also die Schule und ein Praktikum zeitgleich absolviert. Die Ausbildung wäre jedoch auch als Berufslehre mit EFZ machbar. "Nehmen Sie sich Zeit" lautet das Motto des Kosmetiksalons von Sabrina Marti. Die Kundschaft soll sich wohlfühlen und abschalten können. Um den Wellnessfaktor noch etwas besser rüberzubringen, werden im Geschäft die Schuhe ausgezogen. "Die Kundschaft geniesst es, wenn man einfach mal durchatmen und entspannen kann."

In ihrem Geschäft bietet Sabrina Marti viele verschiedene Behandlungen an. Von der Haarentfernung über verschiedene Gesichtsbehandlungen bis hin zum Make-Up. Der Hauptbereich ihres Unternehmens sei jedoch nach wie vor die Behandlung von Fingernägeln. "Am häufigsten sind es Gelnägel, aber auch Acrylnägel werden gewünscht, welche vor allem bei Nagelbeissern zum Einsatz kommen." In den mittlerweile zehn Jahren Berufserfahrung hat Sabrina bereits viele Nägel behandelt und verschönert – einen Favoriten gäbe es jedoch nicht: "Jeder Nagel ist ein Highlight!"


Schuhmacher

Es ist laut und riecht nach allem Möglichem, vor allem aber nach verbranntem Gummi und Leder. Wir befinden uns im Reich eines Schuhmachers. Früher ein sehr verbreiteter Beruf, heute eher selten geworden und so haben sich im Laufe der Jahre auch die Tätigkeiten geändert. Doch der Beruf des Schuhmachers ist noch heute sehr vielseitig und abwechslungsreich.

Kleine Änderungen an Schuhen machen, Fussstützen und Einlagen anpassen oder alte Schuhsolen durch Neue ersetzten. Das alles gehört zur Arbeit eines "normalen" Schuhmachers, wie es Peter Schneeberger ist. Er führt seit 25 Jahren die Schuhmacherei Schneeberger in Madiswil. "Ich repariere vom Damenschuh mit kaputtem Absatz über Hochzeits-Pumps, welche nur einmal getragen wurden bis zum Wanderschuh mit kaputter Sohle alles. Man hat Reissverschlüsse, kleine Risse im Obermaterial, ausgerissene Ösen, etc. – die Bandbreite ist riesig."

SchuhmacherInnen sind in erster Linie damit beschäftigt, gebrauchte Schuhe zu reparieren. Sie könnten zwar auch selber Schuhe von A-Z machen, der Aufwand dafür wäre aber sehr gross und der Verkaufspreis dementsprechend riesig, erzählt Peter Schneeberger im Interview mit neo1: "Zeit ist Geld und das würde hier genau zutreffen." Er selber hat klare Vorstellungen vom perfekten Schuh: "Die klassischen Golfer-Schuhe. Ein rahmengenähter Lederschuh in superschönem lederbraun und Ledersohle. Da geht uns das Herz auf."

Schuhmacherei bedeutet viel Handarbeit. Egal ob Anzeichnen, Schleifen oder Nähen, alles wird von Hand aber mit Hilfe von diversen Maschinen gemacht. Am meisten braucht Peter Schneeberger die Ausputz-Maschine, die Presse sowie den Leim-Tisch.

neo1 hat dem Madiswiler Schuhmacher bei seiner Arbeit über die Schultern geschaut und nachgefragt, wo der Schuh drückt.

Der Schuhmacher Peter Schneeberger

Pistenbullyfahrer

Ihr Arbeitsalltag beginnt erst dann, wenn er für viele andere bereits geendet hat. PistenbullyfahrerInnen sind jede Nacht unterwegs und präparieren die Skipisten für den nächsten Tag. Auch Kilian Bucher von den Bergbahnen Sörenberg gehört zu ihnen.  

Er und sein Team sind sieben Tage, respektive sechs Abende pro Woche im Einsatz. Ihr Arbeitsalltag beginnt um ca. 16.30 Uhr und endet gegen Mitternacht. Genau das findet er auch das Schöne daran: In der Nacht unterwegs zu sein, wenn alle anderen schlafen. Pistenbullyfahren hat aber auch gewisse Herausforderungen. "Die grösste Schwierigkeit beim Pisten machen sind sicher die verschiedenen Verhältnisse. Man kann bei der Fräse so viele verschiedene Sachen einstellen, dass es ein schönes Pistenbild gibt - das ist schon schwierig", erzählt Kilian Bucher im Interview mit neo1. Er ist Maschinist, Chef der Beschneiiung und Pistenbullyfahrer bei den Bergbahnen Sörenberg.

Pistenbullys sind ziemlich massiv: 10 Meter lang, 5,5 Meter breit und rund 10 Tonnen schwer. Zum Fahren sind sie aber nicht viel anders als ein Auto. "Das Fahren selber ist keine Kunst, man hat halt viel mehr zu bedienen. Das ist der grösste Unterschied", so Kilian Bucher. Im Prinzip kann jede/r Pistenbully fahren, es ist reine Übungssache. Allerdings sei es von Vorteil, wenn man ein gewisses Feingefühl für Maschinen und ein Auge für schöne Pisten hat.

Im neo1 "ä Tag aus" erzählt uns der Pistenbullyfahrer mehr über seine Arbeit, wie ein Pistenfahrzeug ausgestattet ist und wie er trotz dem vielen Schnee die Orientierung nicht verliert.


Hundezüchterin

Jeden Tag massenhaft Zeit mit jungen Hunden zu verbringen mag für viele Menschen wie ein Traum klingen. Für Colette Spicher aus Moosseedorf ist dies Realität.

Aktuell sind es drei kleine Welpen welche die sympathische Frau gemeinsam mit ihrem Mann in der Hundezucht "Of Mosslake" grosszieht. Die Mutterhündin gehört der Tochter und lebt im Moment auch mit den Welpen und den vier Hündinnen der Besitzer im selben Haus. "Klar arbeiten wir mit den Hündinnen, aber sie gehören auch zur Familie" erzählt Colette Spicher im Interview. Seit rund 25 Jahren gibt es regelmässig Golden Retriever Nachwuchs im Hause Spicher.

Eine Ausbildung zur Hundezüchterin gibt es nicht. Colette hat verschiedene Kurse der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft SKG, dem Dachverband der meisten Hundezüchter der Schweiz besucht und sich ihr Wissen so angeeignet. In unserer Rubrik "Ä Tag aus" erzählt die Züchterin, wie sie zur Zucht gekommen ist, und weshalb es ausgerechnet die Rasse "Golden Retriever" wurde. Ausserdem erfahren wir mehr über die Arbeit mit den Hunden und auch wie schwierig oder einfach es sein kann, einen passenden Käufer für die Welpen zu finden.


Rettungssanitäter

Sie sind an 7 Tagen die Woche 24 Stunden für uns im Einsatz. Innerhalb von nur drei Minuten müssen die Rettungssanitäter des Spitals Emmental in Langnau im Notfall bereit sein. Mit Arbeitskleidung, Maske, Rucksack, Sauerstoff und Monitor ausgerüstet geht es für sie an verschiedene Einsatzorte in der Region. neo1 war einen Tag lang mit dabei. 

Der Rettungsdienst in Langnau arbeitet in drei verschiedenen Schichten: zwei Tagesschichten und eine Nachtschicht. Der Notruf kommt jeweils per Funk von der Zentrale 144 in Bern.

Pro Woche hat der Rettungsdienst in Langnau rund 15-20 Einsätze. «Als Erstes steigen wir ins Auto ein, gehen an den Einsatzort und dann begrüssen wir den Patienten sowie dessen Angehörige. Dann gehen wir zum Patienten und beurteilen nach unserem Algorithmus die Situation: A = Atemwege frei, C = Kreislauf, D = Neurologie. Wenn dies alles gut ist, entscheiden wir, ob es weitere Ressourcen wie Rega oder Notarzt braucht», erzählt Bruno Kübli. Er gehört zum 25-köpfigen Rettungsteam des Spitals Langnau und ist dort verantwortlich für Aus- und Weiterbildungen.

Zusammen mit zwei weiteren Rettungssanitäter hat er für uns einen Einsatz simuliert und uns erklärt, was dabei genau geschieht. Ausserdem erzählt er uns mehr zur Ausbildung, den Voraussetzungen und den verschiedenen Arbeitsschichten.      

Bruno Kübli, Alain Habegger, Lisa Liechti

Lehrerin

Seit sechs Jahren arbeitet Romina Reber in Lauperswil als Lehrerin und unterrichtet die 3. und 4. Klasse.

Neben dem Unterrichten ist vor allem auch die Weiterbildung ein wichtiger Teil des Lehrerjob. "Wir sind sehr frei, was für eine Ausbildung wir machen wollen, aber wir müssen regelmässig Kurse besuchen", sagt die 28-jährige Lehrerin. Jeder Lehrer und jede Lehrerin sei sehr unterschiedlich und es gebe deshalb auch keinen 0815 Tagesablauf, "es gibt diesen klassischen Lehrer nicht, von dem viele ein Bild haben". Romina liebt ihren Beruf und kann sich nichts anderes vorstellen. Auch wenn es ihr jedes Jahr immer wieder schwer fällt, ihre Schüler weiter ziehen zu lassen.

neo1 war ein Morgen in der Schule Lauperswil mit dabei und hat hinter die Kulissen des Lehrerberufs geschaut.


Kaminfeger

"Mit Wasser und Seife bringt man fast alles wieder sauber", beantwortet Stefan Hiltbrunner die Frage nach der schmutzigen Arbeit schmunzelnd. Seit rund 12 Jahren ist er Geschäftsführer der Kaminfeger Hiltbrunner GmbH in Langnau. Die Haupttätigkeit eines Kaminfegers ist nach wie vor das Russen, jedoch gehört auch die rundum Beratung des Kunden dazu.

Sie machen sich für uns die Hände schmutzig: Kaminfeger reinigen unsere Heizungen, machen unsere Kamine sauber und befreien alles vom schwarzen Russ. Würden sie dies nicht tun, bestünde die Gefahr eines Kaminbrandes. Ein Kaminfeger kommt deshalb je nach Gebrauch der Anlage 1-2x im Jahr vorbei. "Für uns ist die Arbeit nicht mehr so streng, für jemanden der dies noch nie getan hat jedoch schon. Es ist schon körperliche Arbeit. Viel Arbeit ist mit den Fingern, deshalb nimmt die Fingerkraft sofort zu und viel Arbeit kommt auch aus der Schulter", erklärt Stefan Hiltbrunner im Interview mit neo1. Zur Ausrüstung eines Kaminfegers gehört ein Staubsauger, viel Abdeckmaterial, diverse Bürsten und Eisen sowie die persönliche Schutzausrüstung mit Brille und Maske. Ausserdem ist eine Taschenlampe sehr wichtig: "Damit wir auch in den dunklen Löchern etwas sehen, denn ansonsten sieht man dort gar nichts".      


Goldschmiedin

"Zu meiner Zeit fand die Berufslehre vor allem noch am Werkbank statt". Simone Schafer lebt gemeinsam mit ihrem Ehemann in Bern. Ihr eigenes Geschäft "Goldschmiede Simone Aebersold GmbH" führt sie jedoch in Burgdorf, wo die 32-Jährige auch aufgewachsen ist.

"Nach meinem Mutterschutz arbeite ich zurzeit nur zwei Tage in der Woche. Ab Dezember bin ich dann wieder von Mittwoch bis und mit Samstag im Geschäft", erzählt die junge Frau im Interview mit neo1. Im Frühjahr 2021 kann Simone ausserdem in ein grösseres Geschäft an besserer Lage in der Oberstadt ziehen. In ihrem jetztigen Geschäft hat uns Simone Schafer Auskunft über ihren Beruf, die verschiednen Aspekte und die Ausbildung gegeben.

"Man braucht viel Geduld. Es ist zum Teil wirklich Gäggeliarbeit". Hinzu kommt eine exakte Arbeitsweise und Fingerspitzengefühl. "Man muss sich aber auch gerne die Hände dreckig machen", erklärt Simone weiter. "Wir arbeiten auch mit Feilen, wir polieren, wir fräsen – das hinterlässt schon mal Spuren".


Metzger

neo1 besuchte in der Metzgerei am Viehmarkt in Langnau die beiden Metzger Thomas Gerber und Peter Löffel. Beide üben ihren Beruf mit viel Leidenschaft aus.

Dem Geschäftsführer Thomas Gerber ist es wichtig, dass von den geschlachteten Tieren so wenig wie möglich im Abfall landet. Beim Ausbeinen wird ersichtlich, wie wichtig jedes Stück Fleisch und auch die meisten Knochen sind. Was nicht über den Ladentisch der Metzgerei geht, verkauft der Metzger unter anderem an Restaurants, welche mit den Knochen Fond zubereiten. Im Beruf Metzger braucht es nicht nur rohe Gewalt, sondern auch eine feine Technik mit den scharfen Messern. Spannend und Abwechslungsreich ist die Arbeit in den Hinterräumen einer Metzgerei, neo1 war dabei.


Büchsenmacher

"Jeder Kunde ist anders und hat seinen ganz speziellen Wunsch. Und ich kann dann vom Gespräch über das Fertigen in der Werkstatt alles selbst machen." Ivan Habegger ist gelernter Büchsenmacher und hat Anfang 2020 mit 23. Jahren das Geschäft Aebi Waffen in Hasle bei Burgdorf übernommen.

Jäger, Sportschützen und Sammler bilden die Kundschaft von Aebi Waffen. Gewehre wie auch Pistolen aller Art verkaufen, reparieren und putzen sie. Ivan Habegger ist es wichtig, dass sie alle vier Jahre eine Lehrstelle als Büchsenmacher anbieten können. "Nur ca. zehn bis zwölf Betriebe bilden Büchsenmacher aus," erklärt Ivan im Interview mit neo1. "Die knapp sechs Lehrstellen in der Schweiz sind deshalb jedes Jahr sehr beliebt."

Nach Mass und Wunsch bauen oder reparieren Büchsenmacher Waffen aller Art. Die alten Maschinen verlangen Fingerspitzengefühl und filigranes Arbeiten. "Manchmal brauchen wir aber auch gröbere Werkzeuge", lacht Ivan Habegger.

Die vielen gesetzlichen Vorgaben müssen strikt eingehalten werden, damit nicht jeder ohne Überprüfung an eine Waffe kommt. Auch bei Erbstücken beraten Ivan und sein Team. "Damit niemand in eine Grauzone, oder sogar ins illegale kommt", schliesst Ivan Habegger, Geschäftsleiter von Aebi Waffen in Hasle bei Burgdorf das Interview.


Coiffeuse

Während dem Lockdown stellte die Gesellschaft in der Schweiz erstmals fest, wie wichtig dieser Beruf wirklich ist. Deshalb gehörten Coiffure-Geschäfte auch zu den ersten Läden, die wieder öffnen durften. Genau während dieser Zeit fand bei der Hair Fashion GmbH ein grosser Umzug statt – neu findet man des Geschäft statt in Aarwangen in Langenthal.

Im neuen Geschäft in Langenthal empfingen die Geschäftsinhaberinnen Claudia Garcia und Karin Berchtold neo1 mit offenen Armen und erklärten allerhand über den Beruf der Coiffeuse. Warum man sich für einen Job mit so viel Konkurrenz entscheidet, wie wichtig das geschulte Auge ist und auch wie sich der Beruf in den letzten 20 Jahren verändert hat. Ausserdem waren neo1 hautnah dabei, als Mèches gemacht wurden.


Materialwart

Vor über 15 Jahren kam der gelernte Landschaftsgärtner Alfred "Fredu" Rohrbach zum Job als Materialwart der SCL Tigers: Nun ist Schluss.

Obwohl sich Alfred Rohrbach (58) aufgrund einer neuen familiären Situation freiwillig entschieden hat, die Mannschaft zu verlassen, werden ihm seine "Giele" fehlen. Auch die strengen Arbeitstage und langen Präsenzzeiten hätten zum Entscheid beigetragen. "Im Alter wird es nicht einfacher, nach dem Samstagsspiel bis um 2 Uhr Nachts zu waschen und aufzuräumen und am Montag Morgen gleich wieder parat zu sein", meint der Mann mit Tigerherz. Zurück im Gartenbau erhofft er sich etwas regelmässigere Arbeitszeiten und Zeit für seine Familie.

Wie die strengen Arbeitstage von Fredu mit Wäsche waschen, Helme flicken und Schlittschuhe aussahen und warum er besser nähen kann als seine Frau, erzählt er uns in "Ä Tag aus Materialwart".

Weitere Beiträge zum Thema:
Alfred "Fredu" Rohrbach sagt Adieu (24.09.20)


Totengräber

"Mein Job ist emotional, aber nicht traurig", beschreibt Martin Leuenberger seinen Beruf. Er ist Friedhofsgärtner, Bestatter und Totengräber und nimmt uns mit über "seinen" Friedhof im Wasen.

Bereits mit drei Jahren hat Martin Leuenberger seinem Grossvater auf dem Friedhof geholfen. "Immer wenn die drei symbolischen Schaufeln Erde auf den Sarg geschippt wurden, hob mein Grossvater die Schaufel gegen den Himmel. Das war mein Zeichen, die Kirchenglocken auszuschalten", erinnert sich Martin im Interview mit neo1. Diesen einzigartigen und sehr emotionalen Beruf, hat Martin nur zu gerne von seinem Grossvater übernommen. Nach der Lehre zum Schnittpflanzengärtner wurde er Totengräber auf dem Friedhof im Wasen. "Klar, im Dorf bin ich der Totengräber und das macht mich sogar stolz!"

Früher hat sich Martin Leuenberger sein Sackgeld damit verdient, die Gräber von Hand auszuheben. Heute wird das maschinell mit einem Bagger gemacht. Neben Heckenschneiden und Rasenmähen gehört auch die Grabpflege zum Job von Martin. "Wenn ich zum Beispiel einen Jäger begraben darf, hole ich gerne Moos oder ähnliches aus dem Wald um sein Grab zu dekorieren", erzählt Martin. "Einer Frau die gerne am Meer war, habe ich eine Muschel mit auf den letzten Weg gegeben".

Schwierige Momente gibt es tagtäglich. "Es fällt mir oft schwer, das Geschehene auf dem Friedhof zu lassen und nicht mit nach Hause zu nehmen", gibt Martin Leuenberger zu. Besonders wenn er gute Freunde oder Familienmitglieder zu Grabe tragen muss, hat er länger um die Emotionen zu verarbeiten. "Dafür gehe ich am Liebsten in die Natur und beobachte und fotografiere Vögel. Das ist mein liebstes Hobby", lächelt Martin.


Kapitän

Seit 34 Jahren ist der Thuner Beat Hodel bei der BLS angestellt. Seit rund 17 Jahren ist er Kapitän und fährt beinahe täglich die Kursschiffe auf dem Thunersee.

"Durchschnittlich dauert es rund 15 Jahre bis man die nötige Ausbildung zum Kapitän hat", sagt er gegenüber neo1. Es muss aber zuerst eine Stelle frei sein bevor man Kapitän werden kann – ansonsten bleibt man Schiffführer. neo1 durfte den 61-jährigen auf einer Rundfahrt mit der MS Bubenberg begleiten und hat erfahren, wie man überhaupt Kapitän werden kann.

Auch wenn die Vorstellung schön und gemütlich ist – ein Schiffskapitän kann nicht bloss die Aussicht geniessen. Es gibt viele Details zu beachten und das Steuerpult mit vielen Zahlen, Hebeln und Knöpfen ist auch nicht ohne. Ebenso muss Beat Hodel ein Auge auf andere Verkehrsteilnehmer auf See halten.


Fahrlehrer

Seit über acht Jahren arbeitet Pascal Sigrist selbstständig als Fahrlehrer. Mit seiner PS-Fahrschule ist der 43-jährige Konolfinger in Bern stationiert. neo1 hat auf dem Rücksitz Platz genommen und begleitet Fahrlehrer und Fahrschüler.

Wir begleiten Pascal Sigrist und den Fahrschüler Jamin Ruch. Der 19-jährige Emmentaler ist vor ein paar Tagen bei der Fahrprüfung durchgefallen und will nun mit dem Fahrlehrer am Feinschliff arbeiten.


Holz- und Blechblasinstrumentenbauer

Das Musikhaus Hirsiger in Worb flickt, restauriert und verkauft Holz- und Blechblasinstrumente aller Art. Simon Hirsiger hat dieses Jahr das Familienunternehmen von seinem Vater übernommen und uns einen Blick über seine Schulter gewährt.

Jeden Tag vor der Arbeit, in der Mittagspause und manchmal auch noch abends übt Simon Hirsiger mit seiner Posaune im Proberaum unter dem Musikladen und der Werkstatt. So bleibt er fit, für seine Auftritte zum Beispiel mit der Berner Band Troubas Kater.

Der geplante Tagesablauf verschiebt sich meist bereits wenige Minuten nach dem planen. Diese Abwechslung und Flexibilität, die Simon Hirsiger bei der Arbeit braucht, gefallen ihm am besten an seinem Job. Instrumente warten, reparieren und säubern, dazu Kunden bedienen und Instrumente vorstellen. Meist werkelt Simon an mehreren Instrumenten gleichzeitig, lässt Problemen noch etwas mehr Zeit und kann sie später dann lösen. Seine Ungeduld ist nicht immer einfach, bei der Arbeit mit tausenden kleinen Schrauben und Ventilen. "Es hat mir tatsächlich schon einmal alle Nerven ausgerissen", lacht Simon Hirsiger "Aber mit einmal darüber schlafen, habe ich das Problem dann doch noch gelöst."

In der Schweiz gibt es eine direkte Ausbildung zum Holz- und Blechblasinstrumentenbauer. Dass dieses Handwerk einmal aussterben könnte glaubt Simon Hirsiger nicht. "Solange noch Musik gemacht wird, braucht es uns auch, um die Instrumente in Schuss zu halten", so Simon im Interview mit neo1.


Postbote

Von einem Briefkasten zum nächsten und das ganze gemütlich auf einem Elektroroller. Doch der Beruf eines Postboten bietet weitaus mehr Abwechslung

An einem schönen Sommertag durften wir den Langnauer Postboten Achim Imesch durch seinen Arbeitsalltag begleiten. Nicht nur auf der Verteiltour durch das Dorf, sondern auch bei der Vor- und Nachbearbeitung. "Es ist nicht alles nur Friede, Freude, Eierkuchen und pläuschlen". Denn bevor Achim überhaupt auf Zustellung gehen kann, müssen die Briefe sortiert werden.

Der Arbeitstag beginnt kurz nach sechs Uhr. Die gesamte Post wird in die verschiedenen Zustellbereiche sortiert und dann kommt noch die Feinjustierung. Achim und sein Team legen sich so quasi die Route zurecht. "Damit wir möglichst flüssig vom Start bis zum Ende kommen", sagt der Teamleader gegenüber neo1.

Dann geht es los mit der ersichtlichen Arbeit – Achim füllt den Anhänger mit der zuzustellenden Post und fährt los. Von einem Briefkasten zum nächsten – unterwegs folgen Gespräche: "Es reicht auch einfach mal freundlich Hallo zu sagen", erklärt Achim unterwegs. Diese Abwechslung gefällt ihm sehr gut.

Nach der Zustellungstour folgt die Nachbearbeitung. Warum konnten einige Briefe nicht zugestellt werden? Müssen diese nachgesendet werden? "Das ist eine kurze Sache und dauert meist nicht so lange".


Reisebegleiterin

Den ganzen Tag lang mit dem Zug von einem Ort zum anderen Reisen gehört zwar zum Job einer Zugbegleiterin, ist aber nicht die Hauptsache.

"Das Wichtigste ist die Sicherheit der Kunden", erzählt die 29-jährige Tamara. Sie arbeitet seit mittlerweile neun Jahren als Zugbegleiterin und hat schon vieles erlebt: "Meistens sind die Leute respektvoll, aber natürlich gibt es Ausnahmen".

Die Emmentalerin nimmt uns mit in ihren Arbeitsalltag und zeigt, dass Ticketkontrollen nicht alles sind: "Am Ende der Zugfahrt spielt es keine Rolle, ob ich von allen Reisegästen einen Fahrschein gesehen habe oder nicht". Viel wichtiger sei der Kontakt mit den Kunden und dieser Teil gefällt ihr besonders gut.

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